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Die Geschichte des zweiten Kniefalls.

   
   

Vor 1400 pilgerte ein Friedberger in das Heilige Land. Als er auf der Rückkehr „von den Türken“ gefangen wurde und in eine lebensbedrohliche Gefahr geriet, gelobte er, bei gesunder Heimkehr eine Kapelle zu errichten. Glücklich in die Heimat zurückgekehrt, baute er eine exakte Nachbildung der Grabeskapelle von Jerusalem außerhalb der Stadt Friedberg. Er übertrug genau die Länge der Via Dolorosa vom Haus des Pilatus zur Kreuzigungsstätte auf den heimischen Kreuzweg von der Stadtpfarrkirche zur Herrgottsruhkirche. So hatten auch die Menschen, die es sich nicht leisten konnten, selbst nach Jerusalem zu pilgern, Gelegenheit, dem Leidensweg Jesu so nah wie möglich zu sein.
An diesem Weg waren in Friedberg die drei Kniefälle, die 3. Station, die 7. Station und die 9. Station des Kreuzweges, aufgestellt. Den 3. Kniefall haben Friedberger Handwerker beim 6. Stadtfest 2004 neu geschaffen und wieder aufgerichtet.
Der zweite Kniefall stand bis 1760 dort, wo sich heute die Bäckerei Scharold befindet. Herr von Schmöger hatte in diesem Jahr an der Stelle der Bildsäule mit dem Kniefall die Johannes von Nepomuk Kapelle errichten lassen. Wie die Bildsäule mit dem Kniefall ausgesehen hat, können wir auf einem Votivbild von 1783 entdecken. Hier ist der 1. Kniefall abgebildet. Die „Saul“, gemauert und mit einem spitzen Dach versehen, stand links neben der heutigen Ludwigsapotheke, deren Erker heute noch zu sehen ist.
Friedberger Handwerker gestalteten beim 7. Friedberger Stadtfest den 2. Kniefall neu. Franz Seidl und seine Söhne führen die Steinmetzarbeiten aus, die Firma Lindermeir errichtet die „Saul“. Weitere Handwerker, wie Glaser, Stukkateure, Spengler u.s.w. sind beteiligt. Aufgestellt wurde der 2. Kniefall beim Krankenhaus. Feierlich eingeweiht wurde er beim Pilgerzug am 15. Juli 2007.


Gabriele Raab

Historische Beraterin der "Friedberger Zeit"

Altstadtfest in Friedberg 08.- 17. Juli 2016