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Die Geschichte der Apotheker und Zuckerbäcker

Kurfürstin Therese Kunigunde Karoline von Polen, die zweite Frau von Kurfürst Maximilian II. Emanuel von Bayern, nahm vom 5. Juni bis 25. November 1720 vom Schloss Dachau her kommend ihren Aufenthalt im Schloss Friedberg. In ihrem Gefolge waren neben einem Obristhofmeister, Hofdamen, Edelknaben und Dienstpersonal, für ihr Seelenheil ihr Beichtvater Pater Schmucker, Pater Zigolli und Hofkaplan Lew, für ihr leibliches Wohlbefinden ein Zuckerbäcker und ein Hofapotheker und zu ihrer Belustigung Affen. Die Apotheker des 18. Jahrhunderts hatten nicht nur Heilpflanzen, Gewürze und Drogen, Alkoholika und chemische Präparate wie Eisensalz (Glaubersalz) in ihrem Angebot, sondern auch das Monopol für den Verkauf von Zucker.

Im Stadtfest „Friedberger Zeit“ führt uns Apotheker Dr. Hannes Proeller einen Apotheker des 18. Jahrhundert vor Augen. Mit seinem Karren zieht er durch die Festzone des Stadtfestes und schart nach Art des Dr. Eisenbart den Kammerchor um sich, um Kunden anzulocken und allerlei Tinkturen, Salben, Pülverchen und Balsams gegen allerlei Beschwerden mit viel Schauspielkunst anzupreisen. Seine „Bude“ stellt er vor seiner Offizin in der Ludwigstraße auf. Daneben befindet sich der Stand des Zuckerbäckers Widmann, denn im 18. Jahrhundert konnte der Zuckerbäcker seine Zutaten wie Zucker und feine Gewürze nur vom Apotheker beziehen. Die Kreationen, die der Zuckerbäcker herstellte, waren aber nur für die reiche Hofgesellschaft bestimmt. Auf dem Friedberger Stadtfest bieten Zuckerbäckerin Haberl und die Zuckerbäcker Widmann und Waltner „moderne“ Zuckerwaren an. Davon können alle naschen. Auch im Altstadtcafe Weißgerber können die Besucher feine Back- und Zuckerwaren genießen.

Gabriele Raab

Altstadtfest in Friedberg 12.- 21. Juli 2019