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 Über die große Tanzlust der Friedberger schreibt Robert Böck im Stadtbuch

Schon vor dem Dreißigjährigen Krieg diente das Friedberger Rathaus als Tanzhaus, belegt durch Reparaturmaßnahmen aus den Jahren 1465 und 1467. Auch in den umliegenden Dörfern gab es viele Tanzhäuser, wie die Anzeigen von brotneidigen Wirten dokumentieren. 1677 klagte der Wirt Hans Zech von Ottmaring gegen den Wirt Martin Rainweiller von Eurasburg, dass er Abendtänze abhalte. Das Landgericht Friedberg berichtet 1680, dass dort allabendlich die Bauernburschen ihre Mädels zum Tanze führen (Heimatbuch Eurasburg). „Nachdem auf dem Land schier durchaus von den Pauern Söhnen und Knechten, dann denen Töchtern und Mägden die sogenannte teutsch walzende, auch schürzenten Tänze mit solcher Ausgelassenheit und frechen Gebährden aufgeführt werden, daß selbe alle schuldige Ehrbarkeit zu allgemeiner Ärgerniß übertreten, ist dieser seit 15. Oktober 1760 verboten und unter Strafe gelegt.“ Im Landgericht Friedberg gab es nur noch eine Tanzerlaubnis für den ersten Sonntag im Monat, für den Ernte-, Kirchweih- und Kathreintanz und für die „Tänzl-Feste“ der Handwerker.

An diese Tanzfreude der Friedberger knüpfen die „Fridberger Tänzelleyt e. V.“ an. Sie pflegen die barocken Paartänze, musikalisch begleitet von den „Lechrain-Musikanten“ und zeigen sie auf den Altstadtfest.

Gabriele Raab

 

Altstadtfest in Friedberg 12.- 21. Juli 2019